Ich will schreiben – wo fange ich an?

von | Nov 25, 2016 | Ein Buch schreiben

“Ich will schreiben” zu sagen, ist schon ein guter Anfang. Hier habe ich 4 Geheimnisse, die von erfolgreichen Autoren angewandt werden.

Auch der erfolgreichste Autor war einmal ein Anfänger. Was machte ihn denn zum Bestsellerautor? – Viel lesen, viel schreiben, viel üben, Ausdauer und Disziplin. Natürlich kommt die Bereitschaft hinzu, mehr lernen zu wollen. Kein Autor ist mit einem Bestseller unter dem Arm geboren.

Es gibt zwei Arten von Schriftstellern. Die einen sind Planer, genannt Outliner. Diese Autoren schreiben sich vor dem eigentlichen Schreiben alles auf. Die anderen sind Entdecker, auch Discovery Writer. Diese Autoren wissen am Anfang nicht, wie die Geschichte endet. Sie lassen sich überraschen.

Am Anfang war die Idee. So ist es natürlich immer. Aber was machst Du mit der Idee? Na, aufschreiben. Und schon sind wir beim Anfang.

1. Ich will schreiben – na, dann tu es doch!

Erfolgreiche Autoren halten einen gewissen Ablauf ein. Um ein wenig Struktur zu erhalten, ist es hilfreich sich ein Blatt Papier und einen Stift zu nehmen und sich alles, was mit der Geschichte zu tun hat, aufzuschreiben. Die Grundidee festzuhalten nennt man auch plotten. Dabei können folgende Fragen beantwortet werden:

  • Wer ist mein Protagonist (Hauptfigur)? Wenn es mehrere sind, dann einzeln aufschreiben, um wen es sich handelt.
  • Was ist ihm oder ihnen passiert?
  • Warum ist es passiert?
  • Wo spielt die Geschichte?
  • Wer kann helfen?
  • Wie ist die Geschichte ausgegangen?

All diese beantworteten Fragen helfen Dir ein Gerüst der Geschichte aufzubauen, an das Du Dich halten kannst.

2. Jetzt kannst Du mit dem Entwurf beginnen.

Ja, Du hast richtig gelesen. Die Geschichte, die Du jetzt schreibst, hat nichts mit dem fertigen Roman zu tun. Es ist unwahrscheinlich, dass Du Dich hinsetzen und einen fertigen Roman schreiben kannst. Ein erfolgreicher Autor weiss das, denn jedes fertige Buch wurde vorher zig Mal überarbeitet. Doch jetzt kümmere Dich erst einmal um die Geschichte, die Dir im Kopf umherschwirrt und schreib sie auf. Rechtschreibung und korrekte Satzstellung ist erst einmal zweitrangig. Halte Dich nicht mit Recherchen auf, die für die grobe Geschichte unwichtig sind. Das kannst Du immer noch tun, denn das würde Deinen Schreibfluss hemmen.

3. Überarbeitung und Recherche

Es kann sein, dass Du recht zügig mit Deinem Entwurf fertig bist und jetzt beginnt die eigentliche Arbeit des Autors. Nimm Dir noch einmal jedes Kapitel vor und überarbeite es. Hier stelle ich Dir ein paar Fragen, die Du beliebig weiterführen kannst, denn ich kenne jetzt in diesem Moment Deine Geschichte nicht. Daher weiß ich nicht genau, worauf Du zu achten hast.

  • Sind die Zusammenhänge logisch und deutlich beschrieben?
  • Stimmen die Entfernungen?
  • Hast Du Dich an die Zeiten gehalten?
  • Tauchen Deine Figuren an der richtigen Stelle auf?
  • Hast Du die Namen immer den jeweiligen Figuren zugeordnet?
  • Befinden sich die Figuren an den richtigen Orten?

Ein Buch zu schreiben ist vergleichbar mit dem Bau eines Hauses. Wir fangen am Fundament an, mauern den Keller, setzen die Wände und dann das Dach. Erst wenn alles steht, fange ich mit dem Innenausbau an. Ganz zum Schluss werden die Tapeten angebracht und die Inneneinrichtung liebevoll dekoriert.

4. Rechtschreibung und Satzlänge

Auch dieses Thema will mit Liebe und Fürsorglichkeit abgearbeitet werden.Jetzt darfst Du Dich um die Rechtschreibung und die Satzlänge kümmern, die bislang unwichtig waren. Es wäre doch peinlich, wenn Du in jedem Satz einen Fehler hättest, oder? Ja, ich übertreibe gerade. Allerdings habe ich schon Leseproben gesehen, die so voller Fehler waren, dass ich keine Lust mehr hatte, weiterzulesen. Falls Du Dir mit der Rechtschreibung unsicher bist, bitte jemanden, der sich damit auskennt, mal über Dein Buch zu sehen. Auch kannst Du die Onlineversion vom Duden benutzen, um die gröbsten Fehler auszumerzen.

Hier habe ich den Link für Dich: duden.de

Und zum Schluss möchte ich noch die Satzlänge erwähnen. Viele Autoren schreiben gerne so lange Sätze, dass, wenn ich sie anfange zu lesen und später, etwa nach acht Zeilen oder einer gefühlten halben Stunde, ich dann nicht mehr wirklich sicher bin, ob und inwieweit ich den Anfang des Satzes noch im Kopf habe und ich überhaupt einen Teil des Inhaltes desselben vergessen habe, wobei ich dann auch gerne schon einmal die Hilfe eines Freundes in Anspruch nehme, um mir den eigentlichen Inhalt des Satzes zumindest in Ansätzen erklären zu lassen …

So. Und nun mal eine Frage: Wie oft hast Du beim Lesen des letzten Satzes Luft holen müssen? Würdest Du im wahren Leben auch so reden? Ich glaube nicht. Forsche daher noch einmal nach, ob jeder Satz verständlich ist.

Für die endgültige Buchversion ist natürlich der Lektor zuständig.

Ich hoffe, Dir ein wenig weitergeholfen zu haben und grüße Dich,
Deine Annette Meißner

 

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